Der 12. September 1683 ging als einer der bedeutendsten Tage des christlichen Abendlandes in die europäische Geschichte ein. Mit einem Warnsignal für Heute.
Wien – die heutige Hauptstadt Österreichs war im Jahr 1683 nicht nur ein zentraler Punkt zweier wichtiger Handelsrouten, sondern auch Kaiserstadt und Zentrum des Habsburgerreichs. Heute vor 343 Jahren war Wien einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt: Der Streitmacht des Osmanischen Reiches. Während die Osmanen im 14. Jahrhundert nur den nordwestlichen Teil Anatoliens kontrollierten, vervielfachten sie binnen hundert Jahren ihr Reich bis ins heutige Kroatien und in die Ukraine. 1529 versuchten die Osmanen schon einmal Wien einzunehmen, scheiterten jedoch. Die Stadt an der Donau galt für die Türken als Tor zum Westen. Der Konflikt zwischen dem Heiligen Römischen Reich und dem Sultanat der Osmanen war im Wesentlichen ein Streit zweier Kulturen: Der christlichen Kultur und der islamischen Kultur. Auf der Seite der Osmanen kämpften nicht nur Türken, sondern u.a. auch Tataren, welche für ihre Brutalität bekannt waren. Auf dem Weg durch den christlich geprägten Balkan hinterliessen die osmanischen Heere eine riesige Blutspur: Berichte offenbaren die Misshandlung der lokalen Bevölkerung, selbst Kinder waren vor den islamischen Kämpfern nicht sicher. Literarisch interessierte Menschen werden sich an dieser Stelle an die Schilderungen des Nobelpreisträgers Ivo Andric erinnern, welcher auf den ersten Seiten seines Bestsellers «Die Brücke über die Drina» (u.a. in Serbien und Montenegro schulische Pflichtlektüre) die von den Osmanen angeordnete brutale Pfählung eines Bauern berichtet.
Auf dem Weg Richtung Wien trugen die Türken die Fahne des Propheten mit sich; eine Fahne mit mehreren islamischen Inschriften, u.a. dem islamischen Glaubensbekenntnis («Es gibt keinen Gott ausser Allah und Mohammed ist der Gesandte Allahs»). Das Heer des Römischen Reiches wiederum trug ebenfalls eine religiöse Fahne mit sich, allerdings mit der Heiligen Jungfrau Maria drauf. Angesichts des überlegenen Heeres der Türken befürchteten die Einwohner Wiens ein grässliches Schicksal. Die Osmanen belagerten die Kaiserstadt, als plötzlich Rauchschwaden aus dem Wiener Wald zu sehen waren – die Lagerfeuer der verbündeten christlichen Heere. Vor allem der polnische König, Johann III. Sobieski, unterstützte den Kaiser tatkräftig. Mit seinen 70’000 Soldaten machte er sich auf den Weg nach Süden. Die Osmanen bliesen zum Angriff auf Wien, während die Verstärkung aus dem Wiener Wald die türkische Streitmacht zerschlug. Obwohl die christlichen Kämpfer immer noch in der Minderheit waren, gelang ihnen der Sieg. Die «Schlacht am Kahlenberg» ging in die Geschichte ein und verhinderte den Vorstoss des Islams nach Westeuropa. Nach der bitteren Niederlage liess der osmanische Grosswesir Kara Mustafa Pascha rund 500 hochrangige Offiziere seines eigenen Militärs hinrichten – dies bewahrte ihn vor dem Zorn des Sultans allerdings nicht, der ihn später selber töten liess.
Heute, einen Tag nach dem 25. Gedenktag der Terroranschläge in den USA und dem ersten Gedenktag zu 9/11, der von einem muslimischen New Yorker Bürgermeister begangen wurde, hinterlässt dieser wichtige Sieg des christlichen Abendlandes gegen den expandierenden Islam ein mulmiges Gefühl. Der polnische König schickte übrigens die erbeutete islamische Fahne der Osmanen dem Papst. Mit drei Sätzen drauf: Wir kamen. Wir sahen. Gott siegte.

Die «Schlacht am Kahlenberg» im Jahr 1683 war entscheidend für die Zukunft Europas.